Handwerk trotzt der Konjunkturflaute: Fachkräfte bleiben gefragt

Arbeitsmarkt | Fachkräfte -

Der Arbeitsmarkt im baden-württembergischen Handwerk zeigt sich auch im zweiten Quartal 2026 robust. Während die Gesamtwirtschaft schwächelt, bleibt die Arbeitslosigkeit im Handwerk auf niedrigem Niveau und die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften hoch.

 

Handwerk trotzt der wirtschaftlichen Entwicklung

Die wirtschaftliche Lage in Baden-Württemberg bleibt angespannt – doch der Arbeitsmarkt im Handwerk beweist erneut seine Stabilität. Der aktuelle Fachkräftebedarfs-Monitor von HANDWERK BW zeigt: Handwerksbetriebe suchen weiterhin intensiv nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gleichzeitig bleibt die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Niveau der Gesamtwirtschaft.

 

Arbeitslosigkeit weiter auf niedrigem Niveau

Im Juni 2026 lag die Arbeitslosenquote im Handwerk bei lediglich 2,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das nur einem leichten Anstieg um 0,1 Prozentpunkte. In der Gesamtwirtschaft stieg die Arbeitslosenquote ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte – auf 4,6 Prozent. Blickt man einige Jahre zurück, zeigt sich, dass sich der Arbeitsmarkt im Handwerk stabiler als der Gesamtarbeitsmarkt entwickelt.

 

Mehr offene Stellen als im Vorjahr

Während die Zahl der offenen Stellen insgesamt zurückging, verzeichnete das Handwerk im Jahresvergleich sogar einen Zuwachs. Mittlerweile entfällt fast jede fünfte gemeldete offene Stelle in Baden-Württemberg auf einen Handwerksberuf. Rein rechnerisch kommen auf eine offene Stelle im Handwerk knapp zwei Arbeitssuchende – ein weiteres Zeichen für den anhaltend hohen Fachkräftebedarf.

 

Fachkräftemangel bleibt Herausforderung

Die durchschnittliche Zeit bis zur Besetzung einer offenen Stelle im Handwerk verkürzte sich zwar gegenüber dem Vorjahr von 211 auf 199 Tage, dennoch warten Handwerksbetriebe weiterhin rund zwei Monate länger auf neue Beschäftigte als Unternehmen der Gesamtwirtschaft. Besonders im Bau- und Ausbauhandwerk haben sich die Vakanzzeiten zuletzt sogar verlängert.

Der aktuelle Fachkräftebedarfs-Monitor macht damit deutlich: Trotz der konjunkturellen Unsicherheiten bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Handwerk hoch. Für viele Betriebe ist die Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin eine der größten Herausforderungen.

 

Fachkräftebedarfs-Monitor zum Download

Der Fachkräftebedarfs-Monitor Juni 2026 enthält die vollständigen Auswertungen zur Arbeitslosigkeit, zu offenen Stellen, Vakanzzeiten und zum Fachkräftebedarf im baden-württembergischen Handwerk sowie zahlreiche Grafiken und Zeitreihen.