Zwei Landessiege gehen an den Hochrhein

Schüler spielen Handwerk -

Beim landesweiten Wettbewerb „MeisterPower“ von Handwerk BW setzen sich zwei Schülerteams aus Waldshut im Kammerbezirk Konstanz gegen die Konkurrenz aus ganz Baden-Württemberg durch. Rund 2.000 Jugendliche übernahmen dabei die Leitung eines virtuellen Handwerksbetriebs.

Wie führt man einen Handwerksbetrieb erfolgreich? Welche Investitionen lohnen sich? Wann sollte neues Personal eingestellt werden? Und welche Folgen haben Fehlentscheidungen? Genau diesen Fragen stellten sich in diesem Schuljahr rund 2.000 Schülerinnen und Schüler aus Baden-Württemberg beim landesweiten Wettbewerb MeisterPower. Die erfolgreichsten Nachwuchsunternehmerinnen und -unternehmer kommen in diesem Jahr aus Waldshut im Bezirk der Handwerkskammer Konstanz.

Zwei Teams der Robert-Schuman-Realschule Waldshut freuen sich in diesem Jahr über den Landessieg. Ein Team der 8. Klasse und ein Team der 10. Klasse setzten sich jeweils in ihrer Wettbewerbsstufe gegen die Konkurrenz aus ganz Baden-Württemberg durch.

„Wir haben uns sehr über den Sieg gefreut“, sagt Lehrer Uli Hallmannseder, der das Online-Planspiel seit sechs Jahren im Wirtschaftsunterricht einsetzt. „Während des Wettbewerbs wissen wir nicht, wo wir stehen. Umso größer war die Überraschung über den Erfolg.“ Hallmannseder sieht MeisterPower als wertvolle Ergänzung seines Unterrichts. Die Simulation mache wirtschaftliche Zusammenhänge greifbar und vermittle Themen wie Selbstständigkeit besonders praxisnah.

„Die Jugendlichen erleben spielerisch, wie ein Handwerksbetrieb funktioniert und welche Entscheidungen Unternehmerinnen und Unternehmer täglich treffen müssen“, sagt Klemens Dörfflinger, Leiter der Nachwuchswerbung der Handwerkskammer Konstanz. „So wecken wir Interesse an Wirtschaftsthemen und zeigen gleichzeitig die vielfältigen Perspektiven im Handwerk auf.“

Für die beiden Landessiege erhielt die Schule Preisgelder in Höhe von jeweils 1.000 Euro. Diese sollen in die Gründung einer Schülerfirma fließen. Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler erhielten außerdem Wunschgutscheine.

Unternehmerisches Denken lasse sich nicht aus Büchern lernen, sagt Rainer Reichhold, Präsident des Spitzenverbands Handwerk BW. „Man muss Entscheidungen treffen und auch erleben, welche Folgen sie haben. Genau das macht MeisterPower so wertvoll.“ Der Wettbewerb vermittle jungen Menschen praxisnah, was einen erfolgreichen Handwerksbetrieb ausmacht, und zeige zugleich, wie vielfältig die beruflichen Perspektiven im Handwerk seien.

Mit MeisterPower setzt Handwerk BW seit 2017 auf ein landesweites Projekt zur ökonomischen Bildung und Berufsorientierung. In einer realitätsnahen Unternehmenssimulation übernehmen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II die Leitung eines virtuellen Handwerksbetriebs. Sie entscheiden über Personal, Investitionen, Marketing und Finanzen und erleben unmittelbar, wie sich ihre Entscheidungen auf den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens auswirken – wenn es schief geht auch bis zur Unternehmenspleite.

Dass dieses Konzept wirkt, bestätigt auch eine wissenschaftliche Evaluation der Universität Ulm. Sie zeigt, dass MeisterPower das Interesse an Wirtschaftsthemen und Handwerksberufen steigert und die ökonomischen Kompetenzen der Teilnehmenden nachweislich verbessert. Ihre Wissensstrukturen nähern sich dabei den mentalen Modellen erfahrener Handwerksunternehmer an – ein Hinweis auf ein tieferes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge.

Die Bedeutung des Projekts wächst kontinuierlich. Im laufenden Schuljahr beteiligten sich 188 Klassen mit rund 2.000 Schülerinnen und Schülern am MeisterPower-Wettbewerb. Darüber hinaus nutzten insgesamt mehr als 9.200 Schülerinnen und Schüler MeisterPower als Spiel im Unterricht, ohne am Wettbewerb teilzunehmen. Das Projekt wird von Handwerk BW gemeinsam mit allen acht Handwerkskammern in Baden-Württemberg getragen und inzwischen auch von sechs weiteren Handwerkskammern bundesweit eingesetzt.

Beim MeisterPower-Wettbewerb sicherten sich die Schülerinnen und Schüler der Robert-Schuman-Realschule Waldshut zwei Landessiege sowie weitere Spitzenplatzierungen: Noah Hank (2. Platz, Niveaustufe 2), Julian Maier (1. Platz, Niveaustufe 2 und Landessieger), Fabienne Rückert (1. Platz, Niveaustufe 1 und Landessiegerin), Dilara Skivjani (2. Platz, Niveaustufe 1) und Manuel Indlekofer (3. Platz, Niveaustufe 1) (von links).

Foto: Handwerkskammer Konstanz/Klemens Dörfflinger