Handwerk mit gemischter Bilanz zum Jahresauftakt
Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung -
Preisentwicklung schmälert Umsatzplus
Das zulassungspflichtige Handwerk in Baden-Württemberg hat im ersten Quartal 2026 nominal ein Umsatzplus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erzielt. Nach den vorläufigen Daten des Statistischen Landesamtes reicht dieser Zuwachs jedoch nicht aus, um die Preissteigerungen auszugleichen. Real verzeichnete das Handwerk damit einen Umsatzrückgang.
Verbrauchernahe Gewerke entwickeln sich positiv
Positiv entwickelten sich vor allem die Gewerke mit direktem Kundenkontakt. Im Gesundheitsgewerbe stiegen die Umsätze um 3,5 Prozent, im Lebensmittelgewerbe um 2,8 Prozent und bei den personenbezogenen Dienstleistern um 2,5 Prozent.
Das Bauhauptgewerbe erzielte ein nominales Umsatzplus von 1,9 Prozent, das allerdings teilweise auf gestiegene Preise zurückzuführen sein dürfte. Auch das Kraftfahrzeuggewerbe legte mit einem Plus von 1,5 Prozent zu. Innerhalb der Branche fiel die Entwicklung jedoch unterschiedlich aus: Die Zweiradmechaniker verzeichneten einen Umsatzrückgang von 11,9 Prozent. Hier macht sich die inzwischen deutlich nachlassende Nachfrage im Fahrradmarkt bemerkbar.
Die Handwerke für den gewerblichen Bedarf erreichten insgesamt ein nominales Umsatzplus von 1,4 Prozent. In den großen Gewerken Metallbau (-0,4 Prozent) und Feinwerkmechanik (+0,4 Prozent) stagnierten die Umsätze weitgehend. Das Ausbaugewerbe musste sogar einen nominalen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent hinnehmen.
Beschäftigung weiter rückläufig
Auch die Beschäftigungsentwicklung blieb rückläufig. Die Zahl der tätigen Personen sank im ersten Quartal um 1,5 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Feinwerkmechanikern mit minus fünf Prozent aus. Neben dem demografischen Wandel dürfte hier auch die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage im Zulieferbereich eine Rolle spielen.
Ausblick bleibt unsicher
Wie sich die Umsatzentwicklung im weiteren Jahresverlauf darstellen wird, lässt sich derzeit angesichts der weltwirtschaftlichen Unsicherheiten noch nicht seriös abschätzen. Trotz der bestehenden Risiken hofft das Handwerk für das Gesamtjahr 2026 auf ein leichtes Umsatzplus.
Die vollständigen Ergebnisse zur Umsatz- und Beschäftigtenentwicklung veröffentlicht das Statistische Landesamt Baden-Württemberg auf ihrer Website.