3.131 neue Meister – aber zu wenig für die Zukunft
Fortbildungszahlen im Handwerk 2024 -
Rund 23.000 Betriebe in Baden-Württemberg suchen in den kommenden fünf Jahren eine Nachfolge – das zeigt, wie dringend Nachwuchs im Handwerk gebraucht wird. Viele Meister entscheiden sich zudem für eine Karriere in abhängiger Beschäftigung – auch dort bieten sich hervorragende Perspektiven. Für das Handwerk eine doppelte Herausforderung.
Jede sechste Meisterprüfung von einer Frau
Die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig (-0,4 Prozent). Mit 522 erfolgreichen Absolventinnen war jede sechste Prüfung weiblich besetzt – auch das zeigt: Der Meistertitel ist längst nicht mehr reine Männersache.
Bei den Berufen führen die Klassiker das Ranking an: Das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk liegt mit 496 bestandenen Prüfungen auf Platz eins, gefolgt von Elektrotechnik (344) und dem Friseurhandwerk (222). Während Männer vor allem in der Kfz-Technik stark vertreten sind (486 Prüfungen), dominieren bei den Frauen die Friseurinnen mit 144 bestandenen Meisterprüfungen.
Auffällig: Nicht in jedem Gewerk ist der Meistertitel gleich verbreitet. Während bei den Feinwerkmechanikern mehr als jeder zweite Geselle (55 Prozent) die Meisterprüfung absolviert, liegt die sogenannte Meisterquote bei Malerinnen und Malern bei nur 21 Prozent. Auch Friseurinnen und Friseure setzen überdurchschnittlich häufig auf den Titel (47 Prozent). Die Gründe dafür liegen oft in der Branchenstruktur – etwa darin, wie viele Betriebe übergeben werden, ob Selbstständigkeit üblich ist oder wie sich die Verdienstmöglichkeiten entwickeln.
Neben dem Meistertitel haben 1.543 Handwerkerinnen und Handwerker in Baden-Württemberg im Jahr 2024 eine andere Fortbildungsprüfung erfolgreich abgeschlossen – zum Beispiel zum Gebäudeenergieberater (HWK) oder zum Betriebswirt nach der Handwerksordnung.