Baden-Württembergs Handwerk sieht leichte Hoffnung erst 2026
Konjunktur 2025 -
Insgesamt dürfte das abgelaufene Jahr mit einer Umsatzstagnation abschließen, so Handwerk BW. Real, also nach Inflation, könnte 2025 damit das fünfte Negativjahr in Folge werden. Besonders die Handwerke für den gewerblichen Bedarf spüren die schwache Industriekonjunktur. „Solange zentrale strukturelle Probleme wie Energiekosten, Bürokratie und Transformationslasten ungelöst bleiben, wird das Handwerk keine großen Sprünge machen“, erklärt Reichhold. Die Beschäftigung sinkt demografisch bedingt voraussichtlich um gut ein Prozent. Gleichzeitig bleibt der Arbeitsmarkt robust: Die Arbeitslosenquote im Handwerk liegt weiterhin deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Niveau, rund 13.000 Stellen sind offen. „Dass wir trotz wirtschaftlicher Flaute tausende unbesetzte Stellen haben, zeigt die große Bedeutung des Handwerks für Baden-Württemberg“, so Reichhold.
Vorsichtiger Optimismus richtet sich auf das Jahr 2026. Die Baugenehmigungen sind von einem niedrigen Niveau aus gestiegen, was erste positive Signale für das Baugewerbe sendet. Auch bundespolitische Maßnahmen wie Bauturbo, Investitionsbooster und das Sondervermögen Infrastruktur könnten zu einem leichten Auftrieb beitragen. Handwerk BW rechnet im neuen Jahr nominal mit einem Umsatzplus von rund einem Prozent. Dennoch würde auch dies am Ende ein reales Minus bedeuten.
Mit Blick auf die neue Landesregierung fordert der Verband entschlossenes Handeln. „Die nächste Legislatur muss eine Entfesselungsphase werden“, appelliert Reichhold. Das Land bräuchte schnellstmöglich einen ganzen Korb an Impulsen, die zeigen, dass es sich lohnt zu investieren, zu arbeiten, zu lernen. Und der Staat müsse selbstkritisch unzeitgemäße Strukturen und Abläufe abschaffen. Der Auftrag an die künftige Koalition laute: Relaunch BW!