Schwacher Start plus Hoffnungsschimmer

Handwerk BW-Konjunkturbericht -

Die konjunkturelle Lage im baden-württembergischen Handwerk hat sich zu Jahresbeginn weiter verschlechtert. Laut aktuellem Handwerk BW-Konjunkturbericht für das erste Quartal beurteilen derzeit nur noch knapp die Hälfte (48 Prozent) der Betriebe ihre Geschäftslage als „gut“. Im Vorjahresquartal waren es noch 55 Prozent. Die Aussichten für das Frühjahr sind dagegen etwas freundlicher.

„Der konjunkturelle Motor im Handwerk stottert leider immer hörbarer. Wir brauchen jetzt endlich klare Signale aus Berlin, die den Abschwung stoppen und nicht beschleunigen. Die Geduld ist aufgebraucht“, sagt Rainer Reichhold, Präsident von Handwerk BW. „Die verhandelnden Parteien müssen jetzt mit klaren Ansagen kommen, wie sie das Land auf Vordermann bringen wollen. Unsere Betriebe benötigen Planungssicherheit und spürbare Entlastungen – und zwar jetzt, nicht erst am Ende der Legislaturperiode.“

Die schwierige Lage wird durch konkrete Zahlen bestätigt: Weniger als die Hälfte der Betriebe (43 Prozent) waren zuletzt mit über 80 Prozent ausgelastet – vor einem Jahr war es noch jeder zweite Betrieb. Auch die Umsatzeinschätzungen verschlechterten sich leicht.

Im Ausbaugewerbe bewertet noch über die Hälfte der Betriebe (55 Prozent) ihre Situation mit „gut“, doch auch hier nimmt die Unsicherheit deutlich zu. „Insbesondere in der Gebäudetechnik und im Heizungsbereich fehlt den Verbrauchern die notwendige Klarheit seitens der Politik, viele Investitionen bleiben aus“, kritisiert Reichhold. Noch gravierender sei die Lage im Handwerk für den gewerblichen Bedarf, wozu das Metallhandwerk gehört, das unmittelbar die Auswirkungen der Industrieschwäche spüre: Dort gab rund jeder vierte Betriebe eine „Schlecht“-Einschätzung ab.  „Diese Betriebe sind direkt an die schwächelnde Industrie gebunden. Ohne schnelle politische Maßnahmen drohen hier massive Probleme entlang der gesamten Lieferkette.“

Trotz dieser angespannten Situation gibt es einen leichten Hoffnungsschimmer: Jeder zweite Betrieb erwartet für das Frühjahr eine gleichbleibende Geschäftslage, während 35 Prozent sogar eine Verbesserung sehen. Im Vorjahr waren es nur 30 Prozent. Die Umsatzerwartungen hellen sich ebenfalls leicht auf (42 Prozent rechnen mit Wachstum gegenüber 38 Prozent im Vorjahr).

Reichhold warnt dennoch eindringlich davor, die Lage zu unterschätzen: „Handwerker sind Optimisten, zur Not auch Zweckoptimisten. Doch dieser Tage reicht es nicht, auf bessere Zeiten zu hoffen. Die Koalitionsverhandlungen müssen endlich konkrete Ergebnisse liefern: bei Bürokratielasten, Energiekosten und Steuern. Jeder Tag des Stillstands gefährdet Arbeitsplätze und Wohlstand in Baden-Württemberg.“

Den ausführlichen Konjunkturbericht finden Sie hier.